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"KEIN" BLATT VOR DEM MUND

Hier werdet ihr verfasste Einträge der etwas satirisch angehauchten Art über Gegebenheiten, Vorkommnisse und Gedanken zu gewissen Themen nachlesen können, die entweder zum Schmunzeln oder Nachdenken anregen, über die man sich schlichtweg mitärgern oder man nur noch den Kopf schütteln kann, weil einem Ähnliches auch schon widerfahren ist.


KLEINE FELLPFOTEN UND WEDELNDER SCHWANZ-
Das schmutzige Geschäft mit dem vermeintlich „besten“ Freund des Menschen

dog has no price

Wenn man in die Augen dieser kleinen und unschuldig dreinblickenden Knirpse blickt, wie sie gerade tapsig die große weite Welt zu erkunden versuchen, würde man als normal denkender Mensch sicherlich nicht auf den Gedanken kommen, dass jemand in diesen erst ein paar Wochen alten Hundewelpen eine winkende „Kapitalanlage“ sehen könnte. Und wer glaubt, das würde in einem Land wie Österreich sicherlich nicht der Fall sein, wo doch der Tierschutz so groß geschrieben wird, der irrt. Auch hierher verlaufen sich die Fäden, die von Menschen gesponnen werden, die fern von jeder Moral und Wertvorstellung, ihre „Ware“ zum Verkauf anbieten.

Ob Mops, Chihuahua, Dalmatiner oder Golden Retriever - jedem Liebhaber sein „Liebhaberstück“. Die Hunderassen, die reißenden Absatz finden, sogenannte „Modehunderassen“, bestimmen überwiegend den Markt. Und der Markt bestimmt bekanntlich den Preis. Aber wer muss letzten Endes den Preis auf dem Jahrmarkt der Züchter bedingten „Eitelkeiten“ bezahlen?
Die Tatsache, dass Hunde aufgrund ihres Aussehens und Rassenmerkmale wegen geliebt werden und nicht aufgrund ihres Charakters und Fähigkeiten ist deshalb nur entfernt tadelnswert. Aber die Tatsache, dass auf Kosten der Vierbeiner jeglicher gesundheitlicher Aspekt außer Acht gelassen wird, nur um den „perfekten“ Hund zu kreieren, ist in höchstem Maße eine Freveltat, die grausamer und gewissenloser nicht sein könnte. Aber die Grausamkeit hat einen Namen, sie heißen unter anderem Hüft-Dysplasie (angeborenes Hüftleiden vorrangig bei größeren Hunderassen anzutreffen), Dyspnoe (Atemprobleme aufgrund einer deformierten bzw. zu flachen Schnauze) und Syringomyelie (Nervenleiden aufgrund eines zu kleinen Schädelknochens, der direkt aufs Gehirn drückt).

Ich werde den Anblick des sich verzweifelt windenden und sich ständig kratzenden King Charles Spaniels wohl nie wieder aus meinem Kopf bekommen. Nur um sich vermeintlich etwas Erleichterung zu verschaffen, ist er dazu „verdammt“, sich blutig zu kratzen, und das nur, weil, ein paar Rassenfanatiker vor Jahrzehnten der Meinung waren, der King Charles Spaniel würde auch mit weniger Hirnknochenvolumen prima zurechtkommen. Das Resultat spricht aber weniger dafür, sondern unterstreicht nur die Arroganz der Züchter bzw. Vermehrer gegenüber der Evolution und der Vererbungslehre.
Laut Statistiken erkrankt nämlich fast jeder zehnte Spaniel an dieser Krankheit im Laufe seines Erwachsenwerdens. Und Herrchen und Frauchen sind dann zutiefst entsetzt, wenn sie der angezüchtete Geburtsfehler ihres Lieblings Tausende Euros kostet. Denn um diesen „Schaden“ einigermaßen zu beheben, ist ein komplizierter tiermedizinischer Eingriff notwendig, wo der Hirnknochen stellenweise aufgebohrt und entfernt werden muss, damit das Gehirn etwas mehr Platz hat. Und das alles nur deswegen, weil einige selbsternannte "Zuchtexperten" mit kapitalistischen Ambitionen entschieden haben, der Spaniel sei mit einem winzigen und flachen Kopf auf seinem Hals ein schönerer Blickfang. Was zählen im Gegensatz dazu schmerzverzerrte Augen, die um „Erlösung“ flehen?


HERAUSFORDERUNG ODER LEICHTSINN?
DER KONZERT- UND FESTIVALZIRKUS AUF DEM PRÜFSTAND


Bedeutet die Anwesenheit von Security wirklich immer und überall SICHERHEIT?

Wo eine größere Anzahl an Menschen erwartet wird, beziehen sie mehr oder weniger pflichtbewusst ihre Posten: Security-Angestellte. Manche nennen sie auch einfach uncharmant Muskelprotze. Einigen kommt dieses „Kompliment“ erfahrungsgemäß durchaus sehr nahe, aber in der Regel sind diese Leute dafür verantwortlich, dass ein Konzert- oder Festivalbesuch in geregelten Bahnen abläuft. Es ist manchmal eben nur ein sehr schmaler Grat zwischen dem, was uns ein bestimmtes Sicherheitsgefühl vermittelt, und dem, was beinahe schon einer ausgedehnten Leibesvisitation und Verletzung der Privatsphäre nahe kommt. In dieser Hinsicht liegt das Auswahlverfahren an Personal also einzig und allein beim Veranstalter des Events oder der jeweiligen Location und hier driften Ansprüche und Qualifikationen oft sehr weit auseinander.


Höflichkeit und Hilfsbereitschaft – ein FREMDWORT?

Nehmen wir unsere schöne Bundeshauptstadt Wien einmal als Paradebeispiel her, was gute Kinderstube so alles ausmacht. In Wien scheint es sowieso erst einmal an der Tagesordnung zu sein, dass man vom Sicherheitspersonal der meist besuchten Veranstaltungsstätten wie Gasometer und Stadthalle gleich quasi zur „Begrüßung“ grundlos und übellaunig angeschnauzt wird, weil man ohne unverkennbaren Slang gleich einmal eine Art von unsichtbarem „Stempel“ aufgedrückt bekommt, und zwar ganz gleich, ob man will oder nicht. Nur vermag eine solche Arbeitseinstellung nicht darüber hinweg zu täuschen, dass Spielestätten mit Massenandrang teilweise alarmierende Sicherheitslücken bei der Einlasskontrolle aufweisen, die jeden Terroristen Anlass zur Freude gibt. Ich möchte hier ein Filmzitat anschließen, welches so viel Wahrheit in sich birgt, dass es schon beinahe weh tut, aber eben auch nur beinahe. – Bei einer Single-Frau Mitte dreißig ist es heutzutage wahrscheinlicher, dass sie einem Terroristenattentat zum Opfer fällt, als dass sie noch einen akzeptablen Mann abbekommt. Zitat Ende.


Gefahrenquelle KONZERTBESUCHER/IN?

Es scheint mehr als fragwürdig, welche Logik sich hinter folgenden Gesichtspunkten verbirgt, wenn zierliche „Persönchen“, die einmal knapp fünfzig Kilo auf die Waage bringen, beispielsweise sogar ihren Gürtel am Einlass zur vorübergehenden Verwahrung abgeben müssen, weil dieser unter Umständen ein Sicherheitsrisiko für andere darstellen könnte. Und andererseits gestandene Mannsbilder mit knapp neunzig Kilogramm Kampfgewicht, ausgestattet mit Handy, Kamera, Nietenhalsband und unzähligen Glasbierflaschen im Gepäck, mühelos und unbehelligt durchgelassen werden. Die eben geschilderte Situation ist aber keineswegs ein übertrieben dargestelltes Hirngespinst oder gar ein Einzelfall. Gleiches Recht für alle scheint also nur insofern durchsetzbar, solange sich alle an die gleichen Vorschriften halten. Hier geht es immerhin im schlimmsten Fall um Menschenleben, und welchen überheblichen Leichtsinn manche Hallen- und Klubbetreiber sich mit ihren Gästen erlauben, ist teilweise ein nicht wieder gut zu machendes Versäumnis. Aber solange sich nicht Beschwerden diesbezüglich türmen, sieht sich wohl kaum ein Veranstalter dazu veranlasst, von sich aus die Ansprüche etwas höher zu schrauben.

Ein geradezu „Preis“ verdächtiges Beispiel möchte ich hiermit anführen, womit sicherlich schon viele Eventgänger schon oft zu kämpfen hatten. In den letzten Jahren scheint es in Österreich geradezu „in“ geworden zu sein, unzählige Kameras und Handys auf Konzerten im Akkord abzukassieren oder gleich ein umfassendes Foto- und Videoverbot zu erlassen, wo vielen gleich im Vorfeld die Lust auf ein Event gründlich vermiest wird. Hingegen wird eine ganz andere Gefahrenquelle vollkommen außer Acht gelassen – unkontrollierter ALKOHOLISMUS. Die überwiegende Anzahl von öffentlichen Spielestätten scheint eine größere Angst davor zu haben, dass die Kasse weniger hergeben könnte, wenn nur noch nicht alkoholische Getränke auf öffentlichen Veranstaltungen ausgeschenkt werden würden. Aber als Konzert/Eventbesucher/in im nicht alkoholischen Bereich wird man beinahe ausnahmslos dazu verdonnert, zwischen sich ausdünstenden „Fahnenträgern“ und Alkoholpegel bedingten Ausrastern Stellung zu beziehen. Und genau mitten in solchem Gerangel während eines laufenden Konzerts habe ich es persönlich noch niemals erlebt, dass auch nur ein(e) Security-Angestellte(r) sich blicken ließ bzw. dagegen eingeschritten wäre. Lieber werden vom Rande des Geschehens aus Teenagermädels die Kameras aus den Händen gerissen und sie darauf hingewiesen, dass hier das Fotografieren grundsätzlich nicht erlaubt ist bzw. das Fotografieren mit Blitz. Vom Standpunkt eines Konzertbesuchers sind solche „Hausregeln“ natürlich alles als publikumsfreundlich. Und an solcher Stelle wird dann immer gerne darauf verwiesen, dass nur den Anweisungen der Plattenfirma nachgekommen wird. Und genau aus diesem Grund lobe ich mir doch die wenigen Ausnahmen...


Security = GEÜBTE MENSCHENKENNER?

Ein(e) Security-Angestellte(r) sollte also eine überdurchschnittliche Menschenkenntnis mitbringen, die gleich im Vorfeld sicherstellen soll, wer unter Umständen zu einem Sicherheitsrisiko werden könnte und wer nicht. Aber selbst mit einem langjährigen und erfolgreich beendeten Psychologiestudium ist diesem „Auswahlverfahren“ nicht mehr Erfolg bestimmt, als einem nach besten Wissen und Gewissen ausgefülltem Lottoschein mit Hoffnung auf den Jackpot. Denn wie wäre es sonst zu erklären, dass es selbst unter strengsten Sicherheitsbestimmungen immer wieder gelingt, den einen oder anderen zum wirklich gefährlichen Wurfgeschoss umfunktionierten Gegenstand in Hallen zu schmuggeln, um diesen dann während des laufenden Programms auf die Bühne zu schleudern?

Der klassische Glasflaschen-Weitwurf ist eine nicht „olympische“ Disziplinlosigkeit, den ich gerade in Zusammenhang mit finnischen Bands öfter zu Gesicht bekommen habe, als mir lieb ist. Alles andere als gute Kinderstube wird sich jetzt jedes halbwegs normal tickende „Hirn“ denken und alles andere als eine nette Erfahrung für denjenigen Musiker oder Eventbesucher, den es letztendlich trifft. Zumindest ist so der eine oder andere Besuch auf einer Erste-Hilfe-Station quasi vorprogrammiert.


ERSTE HILFE ist nicht gleich „Erste Hilfe“ – worauf es im Ernstfall wirklich ankommt

Es ist schon erstaunlich, wie schnell man sich die eine oder andere Verletzung an einer Location einfängt, die man kaum oder gar nicht kennt. Eine Treppenstufe im Halbdunkel zuviel genommen, eine Toilettentür, die sich beim Durchschreiten plötzlich als widerspenstige Schwingtür entpuppt oder Wände aus Rauputz, die bei drängelnden Menschenmassen ebenfalls zu einem „Helferlein“ für wirklich üble Schürfwunden werden können.

In Finnland scheint es in dieser Hinsicht einfach zum guten Ton zu gehören, beispielhaft gut organisiert zu sein. Es wird auf alle Eventualitäten des Festivalalltags Rücksicht genommen. Und im Ernstfall muss man sich darauf verlassen können, dass man nicht nur nicht lange nach einer Erste-Hilfe Niederlassung suchen muss, sondern dass auch schnell und unverzüglich geholfen wird. Aber solche sinnvollen und auch notwendigen Vorkehrungen scheinen nicht bei allen Veranstaltern so hoch oben zu rangieren. Und gerade in Österreich bei Festivals mit mittlerem Andrang lassen erfahrungsgemäß die Ansprüche besonders zu wünschen übrig. Empfehlenswert ist also ein kleines Erste Hilfe „Paketchen“ schon zu Hause zusammenzustellen, das mühelos im Handgepäck verstaut werden kann. Sicher ist sicher...


EIN KLEINER „NACHRUF“ -
MEILENSTEIN DER MUSIKVIDEOBRANCHE REICHTE ANFANG DIESEN JAHRES SEINEN „ABSCHIED“ EIN

Das soll es nun gewesen sein. Am 1. Januar 2011 sagte Erzkommerz-Musiksender MTV wie schon lange angekündigt, seinem bisherigen Publikum in den „Gratisrängen“ nach knapp dreißig Jahren unverschlüsselten Sendevergnügens, gnadenlos Ade und wendet sich nun ausschließlich zahlungsfreudigen Kunden zu. Keine allzu große Überraschung, da Viacom-Gigant mit dem „Schwesternsender“ VIVA schon vor Jahren dasselbe machte, als „TV-Retortenbaby“ VIVA Plus nach einer gewissen und sehr erfolgreichen Anlaufphase heimlich, still und leise vom Markt der öffentlich rechtlichen TV-Sender, für immer in der Versenkung verschwand.
VIVA mauserte sich seit Sendebeginn (24.12.1994) innerhalb kürzester Zeit zum großen Erstaunen aller zum gefürchteten „Rivalen“ von MTV, welcher das Musikvideo-Urgestein nach mittlerweile fünfzehn Jahren im deutschsprachigen Raum schon fast gänzlich den Rang abgelaufen hatte, zumindest wenn man den letzten Umfragen glauben darf. Zwar nicht wegen eines anspruchsvolleren oder gar hochwertigeren Programmangebots, aber die tägliche „Gehirnwäsche“ a la Popmusik & Co., hat ihre Suchtwirkung beim Zielpublikum offensichtlich nicht verfehlt.
Doch selbst die Jahre, wo das charmante Vorzeigegirlie Heike Makatsch und der immer herrlich verwuschelte Nils Bokelberg unsicher lächelnd, auf ihren Haarspitzen kauend, Videoclips anmoderiert haben, sind mittlerweile längst Geschichte und VIVA präsentiert sich heute gerne als gereiftes, sorgloses und familienfreundliches Rundumpaket. Und das schließt natürlich auch das „Schlucken und Ausschalten“ der Konkurrenz mit ein, selbst wenn diese der eigenen „Senderfamilie“ entstammt. - An dieser Stelle lässt der Witz den Irrsinn ganz schön grüßen...

Gnadenlos scheint die Geldgier hinter den Kulissen von Viacom um Klingeltonkunden und Einschaltquoten ganz neue Dimensionen erreicht zu haben, wenn man einer bisher öffentlich zugänglichen Institution wie MTV einfach den Hahn abdreht, um noch mehr Hirn- und geschmacklosen Kommerz rund um die Uhr auf die ohnehin schon stark werbe-geschädigte Jugend, versehen mit dem unverwechselbaren „VIVA“- Stempel, loslassen zu können.

JUGEND VON HEUTE – ihr verdient vollstes Mitleid dafür, dass ihr das Rahmenprogramm von MTV in dessen Glanzzeiten nicht mehr miterleben durftet, wo das musikalische Können einer Band oder eines Musikers, noch mehr Beachtung und Akzeptanz fand, als dies leider heute der Fall ist. Vorbei sind die Zeiten, wo beispielsweise Kult-Moderator Ray Cokes mit Witz und Charme seine Goodie-Bags unter den Zuschauern verteilt und ansprechende Livemusik im Programm gleichermaßen selbstverständlich war. Drei Videos hintereinander vom selben Interpreten gezeigt wurden (3 from 1). Oder wo die Vorfreude auf eine MTV Music Award Show noch so dermaßen groß war, dass man es ohne Weiteres in Kauf nahm, die ganze Nacht durchzumachen, um diese einmalige Show live miterleben zu können.
Am Morgen nach so einer durchzechten Nacht, nach einer Art von „erbauendem“ Zehn-Sekundenschlaf, ferngesteuert und mit einem Augenaufschlag a la Horst Tappert in den Schulunterricht oder die Arbeit zu kommen, ohne im Stehen einzuschlafen, gehört daher zur „Königsdisziplin“ einer längst vergangenen Jugend-Ära. Und mehr bleibt eigentlich nicht mehr zu sagen, als folgendes „Zitat“ in den Raum zu werfen, welches zum Thema kaum passender sein könnte: - Dieses war und ist nicht mehr, dieser alte „Schweinebär “ - Zitat Ende



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